IT'S MOVIE TIME
„Someone beside you“

eine Dokumentation über das Windhorse-Projekt, am 9. Juni 2017

Edgar Hagens Dokumentation Someone Beside You ist eine Reise in das Wesen von Psychotikern, die manchmal nur ein Haarbreit neben der unsrigen "normalen" Welt liegt.
Es sind vor allem die "Kranken" selbst, die den Zuschauer auf sehr eindrückliche Weise an ihren Erfahrungen und ihrer Weltsicht teilhaben lassen. Selbst Jakob Litschig, der Kaspar, Andrea und Anonymus in seinem Wohnmobil an jene Ort begleitet, an denen die Psychose jeweils ausbrach, hat eigene Erfahrungen mit der Krankheit und verlor 1997 aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens die Berechtigung, eine eigene Praxis zu führen. Rückblickend betrachtet ist dies für den Therapeuten ein Glücksfall, denn ohne diesen Ballast konnte er sich ganz und gar der Forschung nach dem Wesen der Psychose widmen und ein freies, selbst bestimmtes Leben führen.

Die ersten Inspirationsquellen für neue Ansätze in der Behandlung psychisch Kranker liegen bei dem buddhistischen Mönch und Psychiater Edward Podvoll, der – bereits schwer vom Krebs gezeichnet – vollkommen neue Wege in der Behandlung von psychisch Kranken gegangen ist, indem er ihren Berichten unbedingten Glauben schenkt und psychotische Schübe vor allem als spirituelle Krisen begreift. Psychische Erkrankungen sind für ihn nichts Unnormales, sie können jedem widerfahren. Vor allem aber sind sie heilbar, was mit vielen Lehrmeinungen der Psychologie und Psychiatrie radikal bricht.

Der Film gibt nicht nur Einblicke, in die Seelenwelt von Psychotikern und wirft damit ein neues Licht auf psychotische Erkrankungen: Wenn er psychotisch sei, so berichtet zum Beispiel Kaspar, einer der Patienten auf sehr eindringliche Weise, setze das eine ungeheure Energie in ihm frei, vergleichbar mit jener Kraft, die während eines Prozesses der Kernspaltung erzeugt werde. Doch die Kraft bewirkt auch, dass Kaspar das Gefühl hat, keine Seele mehr zu haben, sie durch die zerstörerische Kraft in sich aus dem Leib gejagt bekommen zu haben.
Vor allem finde ich jedoch den Zugang zur Begleitung von psychotischen KlientInnen im Windhorse Projekt beeindruckend.
Der Ansatz geht davon aus, dass jedem Menschen eine grundlegende geistige Gesundheit zu eigen ist. Zur Gesundung braucht ein Mensch eine authentische von Respekt geprägte Beziehung, die ihn als ganzen Menschen wahrnimmt und nicht ausschließlich auf die Krankheit fokussiert ist. Der Kontakt ist durch Freundlichkeit und Mitgefühl, jedoch auch durch eine teilweise konfrontierende Klarheit gekennzeichnet. Dieser Kontakt ermöglicht ein immer wiederkehrendes Aufwachen aus der Psychose und ein Fördern der Inseln von Klarheit.
Der Film begleitet Menschen in diesen Begegnungen und das ist sehr berührend und verändernd.

Hier der Link zum Trailer und hier Informationen über das Windhorse-Projekt



Um Anmeldung wird gebeten unter: clarissa.costa@tzg.at

Wir beginnen jeweils um 18 Uhr und möchten danach Raum geben, uns auszutauschen über unsere Gedanken, Gefühle und unser Erleben.

Wir bitten um einen Unkostenbeitrag (fürs Organisieren, Getränke und Naschzeug) von 10 Euro.




Integratives Hatha Yoga
Tag der ganzheitlichen Gesundheit